Merkmale einer Fabel

 

Fabeln sind kurze Geschichten, die den Leser unterhalten wollen, aber ihm gleichzeitig auch eine Lehre (Regel für das richtige Verhalten) erteilen. Eine solche Lehre nennt man Moral. Geschichten dieser Art gibt es schon seit über 2000 Jahren.

Der älteste uns bekannte Fabelerfinder war ein griechischer Sklave, er hieß Äsop (550 v. Chr.). Weil es damals sehr gefährlich sein konnte, seine Meinung offen zu sagen, versuchte Äsop mit Hilfe seiner Fabeln, die Mächtigen zu kritisieren. Er verlegte also das Geschehen in die Welt der Tiere. Diese erhielten Eigenschaften, die menschlichen Charakterzügen (Merkmalen) entsprechen. Er kritisierte das Verhalten der Mächtigen und Starken gegenüber den Schwachen. Schlechte Eigenschaften, wie Dummheit, Faulheit, Eitelkeit, Ruhmsucht oder Rachedurst konnte er so gefahrlos kritisieren und seinen Leser außerdem noch Spaß bereiten.

Andere bekannte Fabeldichter sind zum Beispiel Martin Luther (1483-1546), Jean de La Fontaine (1621-1695) und Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781).